Störungs- und Notfallmanagement (Prozess)

Ziel des Prozesses

Geltungsbereich

Ablauf

Das Prozessdesign berücksichtigt diese Anforderungen

Ziel des Prozesses

kontinuierlichen Betrieb kritischer Versorgungsleistungen (Trinkwasser, Energie) zu sichern, Schadensauswirkungen zu minimieren und die Wiederherstellung normaler Betriebsbedingungen in angemessener Zeit sicherzustellen. Das Verfahren unterstützt die Anforderungen der ISO 27001:2022 (Kapitel 8.2 und 8.3) sowie die Controls A.5.29 bis A.5.31.

Geltungsbereich

Der Prozess gilt für alle IT-gestützten Systeme und betriebskritischen Prozesse innerhalb des Geltungsbereichs des ISMS. Er umfasst sowohl technische Störungen (z. B. Ausfälle von Netzkomponenten, Servern, Leitsystemen) als auch organisatorische oder sicherheitsrelevante Vorfälle (z. B. unberechtigter Zugriff, Datenverlust, Sabotage, Naturereignisse).

Ablauf

  1. Erkennen und Melden
    Störungen werden durch Überwachungssysteme, Mitarbeitende oder externe Partner erkannt.
    Mitarbeitende melden tatsächliche oder potenzielle Störungen per Mail an
    vorfall@beispielstadt.de

  2. Bewertung und Klassifizierung
    Der Incident-Manager analysiert die Meldung, holt eventuell weitere Information bei der Meldenden Stelle ein und bestimmt auf dieser Basis die Notfall-Kategorie nach Schweregrad:

Notfall-Kategorie

Beschreibung

Handhabung

Beispiel

Leicht

Einzelne Funktion oder Komponente ist kurzzeitig eingeschränkt, ohne wesentliche Auswirkung auf die Versorgung oder Informationssicherheit.

Beseitigung durch Owner / Anwender oder Entstörungsteam

kurzzeitiger Ausfall eines Arbeitsplatzsystems, verzögerte Datenübertragung.

Mittel

Teilbereiche oder nicht-kritische Systeme sind beeinträchtigt. Auswirkungen auf Prozesse oder Servicequalität sind spürbar, aber innerhalb definierter Toleranzen beherrschbar.

Strukturierte Analyse, Information an betroffene Bereiche, Priorisierung durch IT-Betrieb.

Teilausfall eines Fachverfahrens, Störung in der Kommunikationsinfrastruktur.

Schwer

Kernprozesse oder kritische Systeme sind erheblich beeinträchtigt, wesentliche Leistungen können nur eingeschränkt erbracht werden.

Sofortige Information an ISB / Krisenmanagement, Priorisierung der Wiederherstellung.

längerer Ausfall des zentralen Leitsystems, Datenbankfehler mit Betriebsunterbrechung.

Kritisch

Komplettausfall oder sicherheitsrelevantes Ereignis mit massiver Auswirkung auf Versorgungssicherheit, Datenschutz oder Reputation.

Aktivierung des Krisenstabs, Information an Aufsichtsbehörden, Notfallmaßnahmen gemäß Notfallhandbuch.

Totalausfall der Netzsteuerung, Cyberangriff mit Datenverlust, längerfristige Unterbrechung der Trinkwasserversorgung.

  1. Erfassung
    Der Dispatcher erfasst den Vorfall im
    Vorfallsmanagementssystem (Application)

  2. Sofortmaßnahmen & Eskalation
    Aktivierung des Notfallteams bei kritischen Vorfällen, Einleitung von Kommunikationsmaßnahmen.
    Zu informieren ist der zuständige Bereichsleiter und sein Stellvertreter

  3. Analyse & Wiederherstellung
    Ursachenanalyse, Koordination der Wiederherstellungsmaßnahmen, Überwachung der Wirksamkeit.

  4. Dokumentation & Review
    Nach Abschluss Ursachenbewertung, Lessons Learned, Anpassung der Prozesse oder Controls.

Das Prozessdesign berücksichtigt diese Anforderungen

Stakeholder

Erwartung / Anforderung

Umsetzung im Prozess

Kunden / Öffentlichkeit

Zuverlässige Versorgung, zeitnahe Information im Störungsfall

Kommunikationsplan, Website- und Hotline-Benachrichtigung

Aufsichtsbehörden
BSI, Landesaufsicht

Nachvollziehbarkeit, gesetzeskonforme Meldungen

Meldeverfahren, Dokumentation im ISMS-Portal

Lieferanten / Dienstleister

Klare Schnittstellen und Informationspflichten

SLA-Regelungen, Incident-Reporting-Kette

Mitarbeitende

Eindeutige Handlungsanweisungen, Eskalationswege

Notfallhandbuch, Schulungen, Alarmierungskette

Management / Krisenstab

Entscheidungsgrundlagen und strukturierte Lageberichte

Incident-Report-Vorlage, Entscheidungsmatrix